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Warum Medienpsychologie studieren?

Marc Conrad
Marc Conrad

Sechs Fragen an Marc Conrad, viele Jahre Programmdirektor bei RTL, heute Geschäftsführer der ConradFilm GmbH & Co.KG, mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen im In- und Ausland ausgezeichnet: 

Wie kommt die Psychologie ins Spiel, wenn Sie Filme oder TV-Serien produzieren?

Sie kommt nicht ins Spiel, sie ist von Anfang der Begleiter bei allen Prozessen. Es beginnt damit, wenn ich in mich hineinhorche und prüfe, welche Filmstoffe mich ansprechen und dann warum sie mich ansprechen? Was geht da vor, was wird berührt bei mir, und berührt dies auch die Kinobesucher? Hier halte ich gerne schon Rücksprache mit Medienpsychologen wie Prof. Dr. Blothner, um diese Vorgänge der Selbstexploration gründlich zu begleiten. Es kommt nicht drauf an, was mir gefällt, sondern einen universellen Zugang zu einem Thema zu finden. Um an der Stelle Blothner zu zitieren: "Was suchen wir im Kino? Wir suchen Erfahrungen, die unser Leben zu erschüttern verstehen, ja die das Zeug dazu haben, es zu verändern. Wir wollen nicht nur gut unterhalten, sondern auch tief und nachhaltig bewegt werden." 

Können Sie uns ein aktuelles Beispiel für Medien-Psychologie in Ihrer Arbeit nennen?

Im Augenblick beschäftige ich mich mit den Arbeiten von Stephanie Wodianka und dem Phänomen eines "Erinnerungsfilms" und den zugrundeliegenden plurimedialen Konstellationen. Warum war unser erster Kinofilm 'Das Experiment' ein so großer Erfolg, dass er bis heute nachhallt? Genau wie "Das Leben der Anderen". Erinnerungsfilm ist kein Filmgenre im engeren Sinne, sondern ein gesellschaftliches Phänomen. Ohne Medienpsychologie ist dies schwer zu erfassen.

Was macht Ihnen Spaß an der psychologischen Betrachtung von Filmen?

Film wirkt in einem 'inneren Raum', wenn er uns packt. Daraus bei jedem einzelnen Film, bei jeder Szene zu lernen und dieses Lernen einfließen zu lassen in die eigene Arbeit, bedeutet zu lernen, eine komplexe Entwicklung zu modellieren, vergleichbar dem Aufwand eines Hausbaus. Emotionen prägen unser Leben. Film als geheimes Drehbuch des Lebens, als Spiegel der menschlichen Seele (Blothner). Medienpsychologie hilft zu entdecken, wie man im Kino für das Leben lernen kann. 

Welche Vorbildung oder Vorerfahrungen sind Ihrer Einschätzung nach erforderlich, um Medien psychologisch zu untersuchen?

Keine, außer Neugier. Dann folgt die Beschäftigung mit den grundlegenden Werken, kombiniert mit der Selbstexploration, die im besten Fall fachkundig begleitet wird.

Warum sollten Studierende einen Master in Medienpsychologie machen? 

Um die faszinierende Welt der Filme in ihrer psychologischen Wirkung zu verstehen und daraus Hinweise zur Optimierung der eigenen Arbeit abzuleiten.

Was würden Sie Masterstudierenden raten?  

Alle Filme anschauen, die sie sehen können. Am besten zwei am Tag und darüber nachdenken, was sich zwischen Mensch und Leinwand abspielt.

Schneller Überblick


nächster Studienbeginn
01. Oktober


Studienmodelle/-dauer
Vollzeit: 4 Semester


Studiengebühren
Vollzeit: 590€ /Monat
Zu den Finanzierungsmöglichkeiten


Abschluss
Master of Arts (M.A.)


Einsatzgebiete 

  • TV- und Radiosender
  • Kommunikations- und Internetprovider
  • Film- und TV Produktionen
  • Verlage
  • Web-Design, Content Entwicklung
  • Game-Design und Produktion
  • Herstellen von Unterhaltungs- und Kommunikationstechnologie
  • Werbe- und Mediaagenturen 

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