Mit der Option bis ans Ende der Welt

Im April 2018 machten sich erneut Studierende der BSP (Campus Berlin und Hamburg) und MSB auf die Reise um den Jakobsweg praktisch zu erforschen. Das Projekt verfolgt einen wissenschaftlichen Ansatz: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmehmer untersuchten wieder anhand und entlang des Wegs das Geschäftsmodell "Jakobsweg" zwischen Spiritualität und Kommerz. 2018 bestand für die Studierenden noch eine besondere Option: Sie konnten von Santiago aus noch bis Finisterre – das Ende der Welt – weitergehen.

Vor dem Start haben wir mit den Studierenden über Ihre Erwartungen an das Projekt und die Reise gesprochen.

Team Jakobsweg 2018

Team Jakobsweg 2018

  • Marie Kallinke
  • Silva Bori
  • Sophie Stiehl
  • Rayan El-Haj-Mohamad
  • Johanna Wendiggensen
  • Laura Tillmann-Mumm
  • Carolin Lesch
  • Laura Kussl
  • Daniel Bolz
  • Hannah Habersack

Marie Kallinke

...das Ende des Bachelors naht. Ich habe sehr gemischte Gefühle, wenn ich an die Zeit danach denke und wünschte mir, dass noch ein paar Semester vor mir lägen.

Ich nehme dieses Jahr an dem Jakobswegprojekt teil. Diese Pilgerreise soll mir einen Abstand von diesen Ge danken ermöglichen.Ich möchte verstehen, warum so viele Menschen diesen Weg gehen und ich möchte diese Zeit für mich nutzen. Ich möchte darüber nachdenken, was ich in den letzten Jahren erlebt habe.
Ich möchte weitab von dem Luxus in Deutschland nur die wichtigsten Sachen in meinem Rucksack bei mir tragen und ich möchte mich in dieser Zeit hauptsächlich auf das konzentrieren, was ich wahrnehme und in dem Moment erlebe.

Vielleicht werde ich mich am Ende dieser Zeit dafür verteufeln, dass ich mich so langen Wanderungen ausgesetzt habe. Vielleicht werde ich aber auch schon die nächste Pilgerreise planen.

Silva Bori

Im Schritttempo verändert sich die Landschaft. Ich spüre die schwere meiner Beine, die Sonne auf der Haut und genieße die Leichtigkeit meiner Gedanken. Die Freude kommt auf über jeden getanen Kilometer. Höre die Vögel singen und Menschen Geschichten erzählen, höre andere und mich selbst lachen. Sehe mich müde im Schlafsack eingekuschelt mit einem Lächeln auf den Lippen: Der nächste Tag kann kommen ...

All das erwarte ich und so viel mehr wird passieren. Ich freue mich.

Sophie Stiehl

Ich erhoffe mir vom Jakobsweg-Projekt 2018, mich selbst, aber auch andere besser kennenzulernen, um meinen Horizont zu erweitern. Besonders beeindrucken mich die menschlichen Begegnungen mit Pilgern aus der ganzen Welt. Außerdem möchte ich die Natur intensiv wahrnehmen. Die Landschaft entlang des Caminos bildet einen Kontrast zum Großstadtleben in Berlin.

Zudem ist es mir wichtig, eine gewisse Freiheit ohne die Alltagssorgen zu erleben und allgemein gelassener zu werden. Die Tatsache, dass man nur einen Rucksack mit dem Lebensnotwendigsten mit sich trägt, führt hoffentlich dazu, grundsätzlich weniger materialistisch veranlagt zu sein. Natürlich hoffe ich auch, einen großen Datensatz für unser Forschungsprojekt erheben zu können.

Rayan El-Haj-Mohamad

Das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling ist in Deutschland weit verbreitet und bekannt. Die meisten können etwas damit anfangen und viele haben das Buch gelesen oder den dazugehörigen Film geschaut, auch ich. Einige in meinem bekannten Kreis sind den Jakobsweg  gegangen und erinnern sich immer wieder gerne an diesen zurück. Die Begeisterung, in welcher von dem Weg erzählt wird, hat mich neugierig gemacht, daher beschloss ich diesen Weg auch zugehen.

Ich hoffe, mit dieser Reise, für eine bestimmte Zeit, aus dem Alltag fliehen zu können. Statt ständig darüber nachdenken zu müssen, wann ich wo sein muss, möchte ich einfach gehen, nach vorne gehen. Für einen kurzen Moment  der „Renngesellschaft“ entkommen und einen Ort der Ruhe und Gelassenheit finden. Ich stelle mir vor, dort einige Menschen kennenzulernen und mit diesen tiefgründige Gespräche führen zu können.

Der Jakobsweg steckt voller Herausforderungen, seien es körperliche oder gedankliche. Ich wünsche mir diese zu meistern und an meinen Grenzen zu wachsen. Außerdem freue ich mich auf darauf zu sehen, wie sich unsere Forschungsgruppe entwickelt und hoffe, dass wir gemeinsam eine positive und freundschaftliche Entwicklung erleben.

Johanna Wendiggensen

Ich sehe den Jakobsweg als eine spannende Herausforderung auf vielen Ebenen, bei der ich mir sicher bin, dass sie mir vielseitige Erfahrungen und unvergessliche Erlebnisse bringen wird. Ich freue mich auf die interessanten Leute in der Forschungsgruppe, neue Bekanntschaften, und das Gefühl am Ende des Tages, wenn man wieder eine Etappe erfolgreich zurückgelegt hat.

Ich bin neugierig auf die Atmosphäre des Pilgerwegs, und ob ich der körperlichen Herausforderung gewachsen bin. Ich erhoffe mir viele verschiedene Eindrücke, und ein bisschen Sonne.

 

 

Laura Tillmann-Mumm

Besonders faszinierend an dem Projekt finde ich, dass wissenschaftliches Arbeiten mit kulturellen sowie persönlichen Erfahrungen verbunden wird. Es bietet es eine einzigartige Chance, sich über einen längeren Zeitraum mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen, während man gleichzeitig hinsichtlich der körperlichen Anstrengung und der kulturellen Anpassung über seine eigenen Grenzen herauswachsen kann.

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern, gesetzte Ziele zu erreichen und sich über neu Erlebtes auszutauschen.

Carolin Lesch

Das Projekt Jakobsweg hat mich besonders angesprochen weil einer gemeinsamen Fragestellung in interdisziplinären Teams nachgegangen wird und somit der Austausch von Wissen und Erfahrungen untereinander stattfinden kann. Es bietet die Möglichkeit ein wissenschaftliches Thema auf unkonventionelle Art und Weise zu bearbeiten und dadurch den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern.

Ich erhoffe mir, dass die "ungewöhnliche" Lernumgebung zur Förderung kreativer Lösungsansätze verhilft und dass durch das "Lernen außerhalb des Vorlesungssaals" eine tiefgreifende Lernerfahrung auf mich wartet. Auf das Projekt freue ich mich auch insbesondere deshalb, weil es die Gruppe vor physische und psychische Herausforderungen stellen wird, welche wir hoffentlich gemeinsam als Team gut meistern werden.

Laura Kussl

Ich habe sehr vielfältige Erwartungen an den Jakobsweg und das Projekt. Zum einen möchte ich durch die Pilgerreise auf dem Jakobsweg meine physischen und psychischen Belastungsgrenzen testen. Ich denke, dass es einen enorm anspornt gemeinsam in der Gruppe - aber auch jeder für sich - Hindernisse zu überwinden und über sich hinaus zu wachsen. Dann möchte ich die Zeit auch nutzen, um bewusst einen Ausstieg aus dem oft stressigen Alltag mit den zahlreichen Verpflichtungen zu nehmen und zu testen, mit wie wenig man eigentlich auskommen und trotzdem glücklich sein kann. Dies beinhaltet für mich auch bewusst das Smartphone in der Tasche zu lassen, um Erfahrungen und Erlebnisse bewusster wahrzunehmen.

Ich freue mich vor allem auch schon sehr auf intensive und tiefgehende Gespräche mit den Kommilitonen und anderen fremden Pilgern. Unsere Testwanderung im März im Umland von Berlin hat auf jeden Fall schon Lust auf mehr gemacht und gezeigt, wie ein gemeinsames Ziel eine Gruppe von fremden Menschen verbinden kann und das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Da das Jakobswegprojekt aber nicht nur eine Pilgerreise, sondern auch ein Forschungsprojekt ist, bin ich gespannt wie wir diese Doppelaufgabe meistern werden. Ich erhoffe mir durch den Forschungsauftrag meine eigenen empirischen Methodenkenntnisse zu verbessern und durch unsere Forschungsfragen neue Erkenntnisse gewinnen oder an bestehende Konzepte in Bezug auf Spiritualität und Kommerz auf dem Jakobsweg anknüpfen zu können.

Daniel Bolz

Welche Erwartungen habe ich an den Jakobsweg? So einfach die Frage doch klingen mag, ist sie doch schwer zu beantworten. Nicht das es meine erste Reise mit einem Rucksack ist. Nein, jedes mal ist eine derartige Reise etwas ganz Besonderes und es ist schwer zu sagen was einen erwartet. Man kennt doch den Komiker Harpe Kerkeling und er hat ein Buch über seine Reise verfasst, wie es ihm auf seinem Pilgerweg ergangen ist, welche Beschwerden und Glücksmomente ihm begegnet und widerfahren sind. Es wäre also im Laufe der Vorbereitung bestimmt interessant gewesen, dieses Buch gelesen zu haben um dadurch zu wissen was einen erwartet. Wäre es bestimmt... Auch mal einen dieser Ratgeber zu lesen wäre spannend, aber dann nimmt man ja einen die ganze Überraschung vorweg wo man überall langkommt.

Meine Meinung ist allerdings, sich immer überraschen zu lassen und die eigenen Eindrücke, die man im Laufe der Forschungsreise bekommt, ungefiltert ohne irgendwelche Erwartungen und Vorwarnungen auf sich wirken zu lassen. Auf 2 Sachen freue ich mich aber ganz besonders. Zum einen die Natur, die mir und der Gruppe begegnen wird. Mal raus aus Berlin. Zum anderen die inspirierenden und offenen teils philosophischen Gespräche innerhalb der Gruppe, sowie außerhalb unserer Gruppe mit andern Pilgern. Auf all diese neuen Eindrücken, neuen Bekanntschaften mit den verschiedenen Lebenssituationen und Sichtweisen, auf die freue ich mich ganz besonders.

Hannah Habersack

Ich freue mich am meisten darauf, dieses Abenteuer mit der Gruppe gemeinsam in Spanien erleben zu können. Weit weg von Zuhause, dem Konsum und der Hektik in der Gesellschaft kurz entfliehen und knapp drei Wochen nur von der Natur umgeben zu sein.

Ich hoffe es wird eine unvergessliche Erfahrung und dass wir, neben den körperlichen Strapazen, dennoch viel zu lachen werden haben.

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Andreas Braun