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Psychologie der Dinge

Ausgangspunkt der Studie zur Psychologie der Dinge ist die Beobachtung, dass die psychologische Grundlagenforschung ein kaum entwickeltes Verständnis zur alltäglichen Nutzung von Gegenständen vorweisen kann. Der wirtschaftspsychologische Zugang zu Produkten des alltäglichen Lebens (Konsumpsychologie, Werbepsychologie) wird demgegenüber von einer Psychologie der Gegenstände grundgelegt, die sich von der Trennung der inneren und äußeren Wirklichkeit des Menschen löst und statt dessen Erlebenswirklichkeit und die Realität äußerer Dinge und Räume im Übergang modelliert.

Ausgehend von kultur- wie wirtschaftspsychologischen Erwägungen wird beschrieben und rekonstruiert, wie sich Kulturen über Dinge konstituieren, inszenieren, reproduzieren. Die psychologische Valenz der Dinge wird somit ausschlaggebend für eine grundlagenorientierte Alltagspsychologie (Alltagsgegenstände) ebenso wie für eine anwendungsnahe Markt- und Medienwirkungsforschung (Produktpräsenz, Produktqualitäten, Product Placement) bzw.  Werbepsychologie (Dinge als Grundlage für die Entwicklung von Markenbildern und Werbebotschaften) ist. Nach einer gegenstandstheoretischen Grundlagenklärung werden mit tiefenpsychologischen und morphologischen Methoden empirische Analysen zu ausgewählten Dingen und Räumen durchgeführt (Ketchup, Fleisch, Sportschuhe, Snowboards, Plastiktüten, Tiefschnee, Umkleidekabinen, Bahnhöfe, Kinos, Einkaufszentren) und mit den Theoriekonzepten konfrontiert.

Für die Projektpublikation wurde ein Künstler gewonnen, der die Präsenz der Dinge in Fotoarbeiten ästhetisch materialisierte. Als Ergebnis wurde von den Professoren Dr. Herbert Fitzek und Dr. Andreas M. Marlovits, der Band „Zum Stand der Dinge. Annäherungen an das Gegenständliche“ (Braus-Verlag, 2015) veröffentlicht. Im letzten Abschnitt des Projekte erfolgen derzeit empirische Evaluationen anhand ausgewählter Gegenstandsanalysen in Projekten mit Studierenden, die in ihren Arbeiten insbesondere die Verschränkung von Grundlagen- und Anwendungsforschung erfahren können.

 

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