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Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Wolfram Heubach: Der Alltag - das Kunststück

„Den Alltag – das, worin wir leben, was uns tagtäglich umgibt und was uns gelegentlich in seiner Monotonie oder auch Überbeanspruchung zu viel zu werden scheint – den gibt es gar nicht!“ Mit dieser provozierenden These eröffnete Prof. Dr. Friedrich Wolfram Heubach, Psychologe und Kunstprofessor an der Düsseldorfer Akademie, seinen Vortrag über den Alltag als Kunststück. Für Heubach ist der Alltag eine Fiktion, die die Menschen davor schützt, ihr individuelles, kreatives, auch aggressives Potenzial auszuleben und ihnen dafür eine an der Rand der Erschöpfung (oder auch Verzweiflung) führende Last aufbürdet, sich kulturellen und sozialen Konventionen unterzuordnen. Die Alltagskonventionen schilderte Heubach humorvoll an der Rhythmik wiederkehrender Festtagen im Jahr, an Ritualen des Abschiednehmens und Zeremonien des morgendlichen Aufstehens. Am Ende fragten sich alle im gut besuchten Vortragsraum der Siemensvilla, welchen Typus des Aufstehens sie selbst bevorzugen: den rückfallgefährdeten Hechtsprung in den Tag, das Unleidlichmachen der Bettsituation, die allmähliche Inbetriebnahme durch Haushaltsgeräte und Badezimmerutensilien oder das mehr oder weniger ausgedehnte „Moratorium“ mit Kuscheldecke vor dem Fernseher?? 

 

 


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