Sie sind hier:

Ankunft und Aufenthalt in Santiago

Es ist geschafft. Das Pilgerteam hat 12 Tage nach dem Start in Astorga Santiago de Compostela erreicht. Die Studierenden sind erschöpft, aber glücklich und wohlauf am Ziel angekommen. Vor der berühmten Kathedrale sind sich die Pilger erleichtert in die Arme gefallen und haben das gemeinsame Erreichen des Ziels gefeiert. Lesen Sie hier den Bericht der letzten Momente auf dem Jakbosweg von Sophie Stiehl, Internationale Betriebswirtschaft-Studierende an der BSP.

Die letzte Wanderetappe

Am Mittwoch war es endlich soweit: Unser Ziel – Santiago de Compostela – lag nur noch 20km von uns entfernt und sollte am Morgen erreicht werden. Dementsprechend früh brachen wir auf. Die ersten verließen um 3:30 die Unterkunft und schlugen sich nachts ohne Licht durch den Wald. Unterwegs kamen wir an dem Flughafen vorbei. Am Ortsausgang von Labacolla treffen zwei Bäche aufeinander. Hier pflegten sich die mittelalterlichen Pilger nochmals zu waschen, bevor sie dann feierlich in Santiago einliefen. Bei diesem historischen Waschplatz wuschen wir zumindest unsere Hände.

Kurz vor Sonnenaufgang erreichten wir die Stadt und deren Berg „Monto do Gozo“. Monto do Gozo heißt „Berg der Freude“ und bezieht sich auf das große Glücksgefühl der Pilger, als sie nach all den Strapazen endlich das ersehnte Pilgerziel Santiago de Compostela vor sich sahen.

Dieses Gefühl erfüllte auch uns, als wir in förmlich greifbarer Nähe die Lichter Santiagos sahen. Beim Monumentaldenkmal auf dem Berg nahmen wir ein Frühstück zu uns und beobachteten dabei den Sonnenaufgang.

Ein herrlicher Moment, für den es sich gelohnt hat, so früh aufzustehen!

Von dort aus waren es nur noch wenige Kilometer bis Santiago. In einem kleinen Café versammelten wir uns, um dann gemeinsam auf den Platz der Kathedrale – den Plaza del Obradoiro - einzulaufen.

Wir haben es geschafft! Emotional berührt fielen wir uns alle in die Arme, manche mit Tränen in den Augen. Danach sanken wir erschöpft zu Boden und genossen es einfach, angekommen zu sein.

Santiago de Compostela

Um 12 Uhr besuchten wir den einstündigen Gottesdienst in der Kathedrale des Apostels Jakobus. Er war zwar auf spanisch, aber der Gesang und das gemeinsame Beten war dadurch nicht weniger nahegehend. Am Ende der Pilgermesse gab es ein spektakuläres Erlebnis: Das riesige Weihrauchgefäß „Botafumeiro“ wurde von mehreren Personen angeschoben, um es zum Schwingen zu bringen. Der Name des großen Weihrauchfasses der Kathedorale von Santiago de Compostela ist galicisch. Er setzt sich aus den Wörtern „botar“ (ausstoßen) und „fume“ (Rauch) zusammen. Wir hatten uns extra im Querschiff platziert, um eine gute Sicht zu haben. Es war ein beeindruckendes Ereignis, den Botafumeiro in Bewegung zu sehen, wenn er von der Puerta de Azabeachería bis zur Puerta de las Platerías durch das Querschiff rauschte.

Nachmittags beantragten wir endlich unsere Compostela, unsere Pilgerurkunde. Dafür mussten wir unseren Pilgerpass vorzeigen. Im Laufe der Zeit sammelten wir in diesem Stempel entlang des Weges in Herbergen und Cafés, um nachzuweisen, dass wir auch wirklich pilgerten. In einer Herberge kurz vor der Kathedrale bekamen wir den gleichnamigen „letzten Stempel“. Ich hatte zwei ganze Pilgerpässe gefüllt und hätte mühelos noch mindestens einen weiteren füllen
können.

Der letzte Tag

Der Tag begann mit einem leckeren Frühstücksbuffet im Hotel. Vormittags wurden nochmal so viele Fragebögen verteilt wie auf dem ganzen Weg zusammen. Ich versuchte anfangs bei der Polizei eine Genehmigung dafür zu bekommen, diese in der Warteschlange vor der Compostela auszuteilen. Nachdem dies nicht klappte, verteilte ich sie auf dem Platz davor, die Pilger nahmen die Fragebögen mit in die Schlange und gaben sie uns danach wieder.

Danach stand uns der Tag zur freien Verfügung. Wir schlenderten über einen Markt, aßen zu Mittag und schlugen uns durch drei Labyrinthe am Rande von Santiago.

Außerdem schauten wir uns nochmal in Ruhe die Kathedrale und die Gebeine des Apostels Jakobus an. Nachmittags schlenderten wir einfach durch die Straßen Santiagos und packten unseren Rucksack. Denn am nächsten Morgen wartete das Taxi bereites um 4:50 morgens, um uns zum Flughafen zu bringen.

Abends kehrten wir ein letztes Mal in eine Tapas Bar ein. Zu 9. bestellten wir 15 Tapas Platten! Ein schöner Abschluss einer wundervollen Reise.

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Andreas Braun