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Forschungsprojekt APPLIED

Analysis and Prediction of Performance of Leaders, Innovators & Entrepreneurs

Fragestellungen des Projekts:        

Wie lässt sich Berufserfolg bei Führungskräften und Gründern vorhersagen?

Wie lassen sich falsche Personal- und Investitionsentscheidungen vermeiden?

Wie lassen sich Potenzialanalysen bei Führungskräften und Gründern verbessern?

Hintergrund des Projekts: Mit Bauchgefühl millionenschwere Personalentscheidungen treffen?

Personalentscheidungen in Unternehmen ebenso wie durch Investoren basieren noch immer maßgeblich auf dem "Bauchgefühl" der Entscheider. Die heutigen, teils bereits softwaregestützten Möglichkeiten der Datenanalyse werden kaum genutzt.

Die Folge sind Fehlentscheidungen und immense Kosten, gerade wenn es um Potenzialeinschätzungen von Führungskräften oder Gründern geht. Etwa jede 3. Personalentscheidung in Deutschland muss korrigiert werden, weil Person und Stelle nicht zueinander passen. Die Kosten solcher Fehlentscheidungen werden bei Führungskräften auf  das 2-3fache des Jahresgehalts geschätzt – Kosten für rechtliche Abfindungen oder Prozesse nicht mit inbegriffen. Hinzu kommen Ausfallkosten durch (krankheitsbezogene) Fehltage, denn auch die fehlbesetzten Personen leiden unter der eigenen Fehlbesetzung.

Auch in der Gründerszene werden die meisten Investitionsentscheidungen ohne fundierte Grundlage getroffen – das erstaunt vor dem Hintergrund der hohen Gelder, die in Startups fließen. Allein im vergangenen Jahr strichen deutsche Startups eine Rekordsumme von 4,6 Milliarden Euro ein, was einem Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Zahlreiche Studien zeigen bereits, dass Personalentscheidungen sich erheblich verbessern lassen, wenn auf fundierte Kompetenzen, Anforderungen und Instrumente gesetzt wird. So wissen wir bspw., dass sich Umsatzzielerreichung drastisch steigern, Fluktuation oder Fehltage senken lassen, wenn man auf die "richtigen", d.h. fundierten Kompetenzausprägungen achtet.

Dass Personalverantwortliche wie Investoren daher nicht schon längst verstärkt auf fundierte Kompetenzen, Anforderungen oder Instrumente setzen, kann somit auch an dem noch immer vorherrschenden Graben zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Vorgehensweisen liegen.

Das APPLIED-Projekt schlägt hier die fehlende Brücke zwischen Forschung und Praxis und liefert wichtige, wirtschaftlich relevante Erkenntnisse, um Personal- und Investitionsentscheidungen nachweislich zu verbessern.

Zentrale Ziele des Forschungsprojekts APPLIED (Auswahl):

Basierend auf umfangreichen Online-Befragungen von Führungskräften und Gründern werden

  • bestehende Kenntnisse über Zusammenhänge von Kompetenzen und Berufserfolgskriterien repliziert und erweitert
  • neue Kenntnisse zu Zusammenhängen zwischen Kompetenzen und Berufserfolgskriterien identifiziert
  • Nachweise geliefert, wie sich Berufserfolg von Führungskräften und Gründern (z.B. Leistung/ Zielerreichung, Zufriedenheit oder Stresserleben, Fehltage, Fluktuation, Karrierefortschritt, Arbeitsaufwand uvm.) durch unterschiedliche Kompetenzen und andere Variablen statistisch vorhersagen lässt.

Darüber hinaus wird eine Vielzahl weiterer Themenbereiche beforscht, wie bspw. die Optimierung von Leistungsmessungen und Mitarbeitergesprächen/Feedbacksystemen in Unternehmen, die Auswirkung von Führungsstilen, Analysen zu Kosten und Nutzen von Personalauswahl- und -entwicklungsverfahren oder die Rolle familiärer Beziehungen für den Berufserfolg.

Projektverlauf und -ergebnisse

Die erste APPLIED-Online-Befragung wurde in einer Forschungsgruppe mit 15 BSP-Masteranden und Bacheloranden konzipiert und verbreitet. Die Befragung fand von April bis Juni 2018 mit 1500 Führungskräften (davon 1.101 vollständige Rückläufe) statt. 

Die zweite APPLIED-Online-Befragung wurde in einer Forschungsgruppe mit 16 weiteren BSP-Masteranden und Bacheloranden sowie einem Doktoranden konzipiert und verbreitet. Die Befragung läuft von April bis Juni 2019 und richtet sich an Gründer in Deutschland.

Entstanden sind bisher: 9 Masterarbeiten, 6 Bachelorarbeiten, 2 publizierte Fachartikel

Publikationen

von Bernstorff (2018). Wenn HR die Falschen sucht. HR Performance Special 4/2018, 58-59.
www.hrperformance-online.de | Download des Artikels

Gromm, Schulenburg, Meyer & von Bernstorff (2018). Klasse statt Masse! – Aktuelle Daten zu Kosten und Nutzen von Entwicklungsmaßnahmen. HR Performance Special 4/201840-41.
www.hrperformance-online.de | Download des Artikels

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