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Auslandssemester - Sevilla

Sevilla Alcazar

Anonymisierte Erfahrungsbericht  EUSA, Sevilla (Spanien)

Warum Sevilla?

Im Rahmen des Studiengangs „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ ist an der BSP für das fünfte Semester ein obligatorisches Auslandssemester vorgesehen. Ich entschied mich für den Studienstandort Sevilla, wo die BSP mit der Universität EUSA – Centro universitario - kooperiert.

Meine Entscheidung für Sevilla fiel mir nach einigem Überlegungen recht leicht: Zum einen war es mir wichtig, meine Spanischkenntnisse zu verbessern: Nach drei Semestern Spanischunterricht bei Inlingua und dem Erwerben des Grundwissens, wollte ich meine Kenntnisse im Alltag anwenden und meine Kommunikation verbessern. Darüber hinaus wollte ich die spanische Kultur näher kennen lernen.

Ein weiterer Grund bestand für mich in den angebotenen Semesterzeiten: Das Semester an der EUSA dauert (im Wintersemester) von Mitte September bis Ende Dezember. 

Anmeldung

Nach dem ich mir über den Standort also im Klaren war, wurde ich vom International Office der BSP für Sevilla nominiert. Nach einigen Tagen bekam ich von dort eine Rückmeldung mit der Bitte, einen Fragebogen mit persönlichen Daten auszufüllen und meine Kurswahl zeitnah zu bestimmen. Um 30 CreditPoints an der BSP angerechnet zu bekommen, müssen in Spanien fünf Kurse belegt werden (ein Kurs = 6 Points). Es werden sowohl Kurse in Englisch, als auch in Spanisch angeboten. Darüber hinaus ist es möglich, vor Beginn des Semesters einen dreiwöchigen Intensivspanischkurs zu belegen, der ebenfalls mit 6 CreditPoints angerechnet und von der BSP auch als Kursleistung anerkannt wird. Zusätzlich kann man während des Semesters noch einen (weiteren) begleitenden Spanischkurs belegen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass ein Kurs an der EUSA in der Regel erst mit fünf Studenten zustande kommt, was man allerdings erst vor Ort erfährt. Das bedeutet gegebenenfalls, dass man in Spanien oftmals nochmal die ursprüngliche Kurswahl verändern muss. Hierfür hat man aber auch eineinhalb Wochen Zeit, sich unverbindlich Kurse anzusehen und das Learning Agreement nochmal umzuändern.

Die Vorlesungstage gingen von montags bis donnerstags, demnach war jeder Freitag frei. Generell waren die Vorlesungen angenehm, da die Kurse nie mehr als zwölf Studenten pro Kurs umfassten. Die finalen Klausuren bestanden überwiegend aus Präsentationen.

Transfer, Klima

Vom Frankfurter Flughafen aus kann man non-stop nach Sevilla fliegen. Die Ankunft Ende August bedeutet eine große Wetter-Umstellung zu Berlin: Bei der Ankunft herrschten fast 40°C. Generell ist über das Klima in Sevilla / Andalusien zu sagen, dass es selbst im September immer noch sehr, sehr heiß ist. Anfang September 2016 wurde in Sevilla der bisherige Hitzerekord mit einer Tageshöchstemperatur von 50°C (im Schatten!!) gebrochen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber auch an diese Temperaturen und passt sich dem spanischen Lebensstil an.

Wohnungssuche

Meine Wohnung habe ich über die Aluni-Vermittlung gefunden (wurde mir von EUSA empfohlen). Aluni ist eine spanische Wohnungsvermittlung, welche auf die Zimmervermittlung von Studenten spezialisiert ist. Leider kann ich diese Agentur nicht empfehlen: Für mich begann die Misere schon damit, dass man mir bei meiner Ankunft bereits einen falschen Schlüssel ausgehändigte. Zudem sind die Mitarbeiter nicht sehr kooperativ und die Verständigung ist äußerst schwer. Zusammenfassende kann ich diese Vermittlung nicht empfehlen; Alternativen findet man aber auch über das Internet. 


Die Partneruniversität EUSA

Neue Leute lernt man schnell in der Universität kennen. Insbesondere durch den dreiwöchigen Intensivspanischkurs hatte ich selbst sehr leicht die Möglichkeit, neue Kontakte kennenzulernen, wobei die meisten Austauschstudenten an der EUSA aus Deutschland kommen. An den englischsprachigen Vorlesungen nehmen vereinzelt spanische Kommilitonen teil, insgesamt ist dies jedoch eher selten (auch aufgrund mangelnder Englischkenntnisse seitens der spanischen Studenten). Eine gute Möglichkeit, Kommilitonen aus anderen Ländern und außerhalb der spanischen Vorlesungen kennenzulernen, ist das „Welcome Dinner“, welches vom International Office der EUSA organisiert wurde. Die Qualität des Essens ließ zwar zu wünschen übrig, jedoch kam man an diesem Abend auch mit Leuten aus Amerika und anderen Ländern in Kontakt.

Darüber hinaus organisierte das International Office in Sevilla in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen für die Auslandsstudenten, angefangen beim „Welcome Dinner“, fortgesetzt über gemeinsame Besuche in die Kathedrale oder ins Alcazar, bis hin zu Tagesausflügen. Generell ist zu sagen, dass das International Office (und Verena Cuevas) sehr kompetent, freundlich und stets hilfsbereit sind. Ob es nun universitäre oder private Anliegen waren, das Team an der EUSA hatte immer ein offenes Ohr.

Die Noten der finalen Arbeiten wurden mir noch vor meiner Abreise von den jeweiligen Dozenten mitgeteilt. Darüber hinaus wurden die Bewertungen online ins Intranet hochgeladen. Das ToR war innerhalb weniger Wochen in Berlin.


Das Leben in Sevilla

Da die Vorlesungswoche donnerstags bereits endete, konnte man die Wochenenden immer gut nutzen, um durch Andalusien / Spanien zu reisen. Dies kann man entweder alleine organisieren oder man greift auf die spanischen Studentenorganisationen wie „We love Spain“, „ESN“ oder „Erasmus Club Sevilla“ zurück. Hierfür muss man auch kein Erasmus- Student sein, man kann sich seinen Platz ganz einfach online reservieren. Diese Organisationen veranstalteten wöchentlich Tagestouren in nahegelegene Städte oder auch Drei-Tages-Touren nach Portugal, Afrika oder an die Algarve. Hierzu gibt es jede Menge Informationen online oder auf facebook.

Ich selbst kann nur empfehlen, sich noch andere Städte in Spanien anzusehen, um weitere Eindrücke in Spanien zu sammeln. Sevilla ist zwar sehr schön und hat definitiv vieles zu bieten, aber bei einem mehrmonatigen Aufenthalt sind auch andere Ziele in Spanien reizvoll und gut erreichbar.

Wie bereits erwähnt ist die Stadt „typisch Spanisch“ und hat recht wenige europäische Einflüsse. Es ist nahezu unmöglich, mit den Einwohnern Englisch zu sprechen oder in den Restaurants eine englische Speisekarte zu finden. Darüber hinaus ist alles fußläufig in Sevilla zu erreichen. Es gibt eine zentrale Straßenbahn, welche bis ins Zentrum fährt. Die Infrastruktur und das Verkehrssystem sind keinesfalls zu vergleichen mit Berlin – es gibt keine festen Busfahrpläne und keine langen Abendfahrzeiten.

Die Temperaturen von August bis Dezember waren stets sonnig und warm. Zu Beginn war die Umstellung auf die extreme Sommerhitze sehr anstrengend und unangenehm. Im Oktober und November war es immer noch sommerlich warm mit bis zu 25 Grad. Erst Anfang Dezember hatte es sich abgekühlt – jedoch bei Weitem noch angenehmer und wärmer als in Deutschland zu diesen Monaten.

In Sevilla gibt es einiges zu sehen: das Metropol Parasol, der Königspalast Real Alcazar, den Plaza de Espana oder die Kathedrale. Dies sind die bekannten und wirklich sehenswerten Monumente in Sevilla.

Wer sich also nach einer Stadt sehnt mit stets gutem Wetter, vielen Sonnenstunden und einer typisch spanischen Lebenskultur, für den ist Sevilla sicherlich das Richtige! Wer sich nach einer lebhaften großen, kosmopolitischen Stadt sehnt, sollte sich eher nach noch größeren Metropolen im Programm suchen und sich vielleicht für die Partneruniversität in Madrid entscheiden.

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