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Auslandssemester – Santiago de Chile

Valle de la Luna in San Pedro de Atacama, Chile

Erfahrungsbericht von Nina Böing – Universidad Mayor – Santiago de Chile (Chile)  

Universidad Mayor – Santiago de Chile

Wenn Chile eins ist, dann definitiv weit weg! Überraschender weise blieb der größte Kulturschock, wie ich ihn anfangs befürchtet hatte allerdings aus. Da bislang noch niemand der Business School Berlin den Versuch gewagt hat ein Semester an der UMayor zu studieren, dachte ich, dieser Bericht könnte für zukünftige Interessenten vielleicht von Hilfe sein und die eine oder andere Frage beantworten, die auch ich zuvor hatte.

Zuerst einige Fakten:

  • Die Hauptstadt Chiles ist Santiago, welche in der Zona Central und damit mitten im Herzen des Landes gelegen ist
  • Mit 4300 Kilometern, ist Chile das längste und gleichzeitig schmalste (80km – 180km breit) Land der Welt
  • Das gesamte Land hat ca. 17 Millionen Einwohner, von denen allein 7 Millionen in Santiago wohnen
  • Amtssprache ist, wie in fast allen Ländern Südamerikas, Spanisch


Die Organisation

Landschaft ChileUm an der Universidad Mayor studieren zu könne wird ein sogenanntes Student Residenz Visum benötigt, welches in der chilenischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann. Alle auszufüllenden Formulare, sowie eine Liste der unterstützenden Dokumente findet man auf einen Blick auf Website des auswärtigen Amtes, weshalb ich darauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen werde.

In Chile angekommen hat man dann 30 Tage Zeit das erteilte Visum verifizieren zu lassen und in diesem Zuge einen chilenischen Ausweis zu beantragen. Dafür muss man sich zuerst bei der Polizei (dem sogenannten PDI) melden, wo man ein Papierstück erhält, mit welchem man dann zum Bezirksamt muss. Bei diesem Prozess braucht man vor allem eins: sehr viel Geduld! Bei dem eben genannten PDI standen wir rund fünf Stunden an und an der zweiten Anlaufstelle mussten wir dann noch einmal sechs Stunden warten. Der damit beantragte Ausweis lies dann noch einmal vier Wochen auf sich warten. Bei all diesen Wegen wird einem aber vom Team des International Offices an der Universidad Mayor geholfen und mal abgesehen von der langen Wartezeit sind die Prozesse auch nicht sehr kompliziert.

Die Universität

Die Universidad Mayor hat acht Standorte in Santiago de Chile und einen in Temuco. Meine Kurse fanden alle am Campus „Manuel Montt“ im Stadtteil Providencia statt, der sich nur wenige Gehminuten entfernt von der gleichnamigen Metrostation befindet. Der Campus selbst besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäuden die bis zu sechs Stockwerke hoch sind und in ihrer Mitte die Cafeteria beherbergen.

Alle Unterrichtsräume sind mit Beamern und Klimaanlagen ausgestattet, nicht jedoch mit Heizungen. Im Winter sollte man sich deshalb auch im Gebäude selbst warm anziehen. Gedruckt werden kann in den Computerräumen und jeder Student bekommt zum Anfang des Semesters ein „Druck-Guthaben“ von 100 Blatt zugeschrieben. Alles Wichtige bezüglich der Kurswahlen und Prüfungsordnungen wird während der Einweisungstage erklärt und auch der eigene Tutor kann einem bei möglichen Unklarheiten weiterhelfen. Bei der Wahl von Kursen sollte allerdings unbedingt beachtet werden, dass einige Fächer nur im Abendunterricht von 19 bis 22 Uhr angeboten werden. Diese sind Intensivkurse welche man bereits nach neun Wochen abgeschlossen hat und bei denen es keine abschließenden Examina am Ende des Semesters gibt.

Wohnen

Isla NegraChile ist, im Vergleich zu seinen Südamerikanischen Nachbarn, ein eher teures Reiseziel. Obwohl ich mich zuvor, wie ich dachte, gut informiert hatte, war ich bei meinem ersten Besuch in einem chilenischen Supermarkt doch überrascht. Beim Umrechnen der Preise von Pesos in Euro ist mir aufgefallen, dass das Preisgefüge eher dem deutschen ähnelt als dem, was wir als Europäer von einem Land in Südamerika erwarten würden. So kosten eine 1,5 Liter Flasche Wasser 1€, 1 Liter Milch 2€ oder eine Packung Kaffeepulver fast 5€.

Bus und Bahnfahrten sind dahingegen doch deutlich preiswerter. Für eine Fahrt mit der Metro in Santiago zahlt man 680 Pesos, was etwa 90 Cent entspricht. Eine Fahrt mit dem Überlandbus von Santiago nach Valparaíso bekommt man ab umgerechnet 15€ (Hin- und Rückfahrt) und auch Taxifahrten kosten im Schnitt nur 3 - 4€. Ein Bett im Hostel bekommt man ab 9€ die Nacht.

Kosten

Chile ist, im Vergleich zu seinen Südamerikanischen Nachbarn, ein eher teures Reiseziel. Obwohl ich mich zuvor, wie ich dachte, gut informiert hatte, war ich bei meinem ersten Besuch in einem chilenischen Supermarkt doch überrascht. Beim Umrechnen der Preise von Pesos in Euro ist mir aufgefallen, dass das Preisgefüge eher dem deutschen ähnelt als dem, was wir als Europäer von einem Land in Südamerika erwarten würden. So kosten eine 1,5 Liter Flasche Wasser 1€, 1 Liter Milch 2€ oder eine Packung Kaffeepulver fast 5€.

Bus und Bahnfahrten sind dahingegen doch deutlich preiswerter. Für eine Fahrt mit der Metro in Santiago zahlt man 680 Pesos, was etwa 90 Cent entspricht. Eine Fahrt mit dem Überlandbus von Santiago nach Valparaíso bekommt man ab umgerechnet 15€ (Hin- und Rückfahrt) und auch Taxifahrten kosten im Schnitt nur 3 - 4€. Ein Bett im Hostel bekommt man ab 9€ die Nacht.

Essen

Um mich an die Essensgewohnheiten der Chilenen zu gewöhnen brauchte ich doch etwas länger als erwartet. Insgesamt, würde ich die Küche als sehr Fleisch, Zucker und Kohlehydrat-lastig bezeichnen, leichte Kost sucht man dabei eher vergeblich. Alle typischen Gerichte wie Pastel de Choclo (ein Auflauf aus Fleisch, Eiern, Zwiebeln und einer Paste aus Maismehl), Churillana (Pommes mit Rindfleisch und Spiegelei) oder Empanadas (gefüllte Teigtaschen) sind sehr reichhaltig und fettig. Das die Auswahl an frischem Brot und gutem Käse, wie man es aus Deutschland kennt, eher geringer ausfallen würde, hatte ich natürlich erwartet. Wie unterschiedlich aber auch das Angebot an Joghurt oder Milch seien würde, habe ich nicht vorhergesehen. Das liegt vor allem daran wie viel raffinierter Zucker sich in alle verarbeiteten Lebensmittel schleicht, also auch in Nudeln, Reis und eben Milchprodukten. Ich habe gelernt, dass man Obst und Gemüse am besten auf den Straßenmärkten kauft, da sie hier deutlich frischer aber auch günstiger sind. Sonst bekommt man in den vielen Supermärkten aber natürlich alles für den täglichen Bedarf und auch mit der ungewohnte Währung versteht man es nach einer Weile umzugehen.

Reisen

Die Küste Viña del Mar’s im Großraum ValparaísoNun aber zum wahrscheinlich spannendsten Thema: dem Reisen. Selbstverständlich möchte jeder während seines Auslandssemesters so viel sehen wie irgendwie möglich! Anders als in Europa muss man dafür in Südamerika allerdings ziemlich weite Strecken zurücklegen, voraus gesetzt man möchte Chile zwischendurch einmal verlassen und die ebenso schönen Nachbarländer Argentinien, Peru oder Bolivien erkunden. Am einfachsten (und günstigsten) geht das mit den zahlreichen Fernbusen die einen, dank des gut ausgebauten Busnetzes, ziemlich in jede Ecke des Kontinents bringen. Dafür sollte allerdings, auf Grund der weiten Distanzen, etwas mehr Zeit eingeplant werden. Natürlich ist es auch möglich zu fliegen, dann würde ich aber dazu raten die Flugpreise genau zu beobachten und über längere Zeit zu vergleichen um einen guten Deal zu machen und am Ende nicht zu viel zu zahlen.

Ein richtiges Bahnnetzwerk gibt es leider nicht, auch wenn im Herzen Santiagos ein äußerst prachtvoller Hauptbahnhof steht. Die einzig richtig brauchbare Bahnverbindung besteht nur zu den Skigebieten nahe der Hauptstadt, welche im Winter aber auch von vielen Einheimischen gerne genutzt wird.

Für welches Verkehrsmittel man sich auch entscheidet, es ist auf jeden Fall ratsam vorher zumindest einen gewissen Grundwortschatz im spanischen vorweisen zu können, denn mit Englisch sind nur wenige Chilenen Vertraut. Innerhalb Santiagos gibt es ein ziemlich gutes Metro- Netz bestehend aus fünf Linien, mit Hilfe derer man sich hervorragend durch die Stadt bewegen kann. Nur abends raten die Einheimischen von der Nutzung der Metro ab und steigen alle auf die Busse um, welche beinahe die gesamte Nacht durchfahren.

Sicherheit

Da bei dem Gedanken an „Südamerika“ ja doch bei dem einen oder anderen direkt die Alarmglocken läuten, was die eigene Sicherheit betrifft, möchte ich auch darauf noch einmal gesondert eingehen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es ginge von Irgendwem oder Irgendetwas eine Gefahr für mich aus! Ganz im Gegenteil sind die Menschen hier deutlich aufmerksamer und hilfsbereiter als es in deutschen Großstädten üblich ist. Wenn ich zum Beispiel den Reisverschluss meines Rucksacks nicht richtig geschlossen habe, wurde ich immer sofort freundlich von mehreren Menschen darauf aufmerksam gemacht. Die schlimmsten Verbrechen von denen ich in meinen sechs Monaten gehört habe, waren Taschendiebstähle, weshalb ich jedem empfehlen würde die wichtigsten Gegenstände in einer Bauchtasche vor dem Körper zu tragen. Des Weiteren würde ich davon abraten ein Taxi einfach auf der Straße anzuhalten, nicht, weil es wirklich gefährlich wäre, sondern eher um zu vermeiden einen viel zu hohen Preis zu zahlen. (Eine gute Alternative dafür ist Uber.)

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