Internationale Betriebswirtschaft – Schlusspräsentation bot spannende, innovative Ideen
Am 21. Juli 2023 fand in den Räumen von EY in Berlin-Mitte die Schlusspräsentation des Studienprojektes II der Kurse Internationale BWL WS21 statt. Präsentiert wurden vor „Company Representatives“ beeindruckende innovative Ansätze und Produkt-/Service-Ideen.
Der Kursleiter Prof. Dr. Diethard Bühler und Studiengangsleiter Prof. Dr. Michael Bahles sowie Aljoscha Heyland (Studiengangsleiter Business Innovation & Entrepreneurship) waren von inhaltlicher Qualität der Präsentationen und Vortragsprofessionalität der Studierenden begeistert.
Die Vorbereitung hat sich ausgezahlt: Ein ganzes Semester lang haben sich die Studierenden in Gruppen mit jeweils einem Unternehmen beschäftigt. Zeitungs- und Fachartikel, wissenschaftliche Literatur, Geschäftsberichte, Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen – nichts wurde ausgelassen, um die Unternehmen besser zu verstehen. Alle zwei Wochen wurde zu einem Thema („Historie“ / “Aktuelle Situation“ / “Umsatz- und Kostentreiber“ / "Geschäftsmodell“ sowie “Innovation und Digitalisierung“) präsentiert, um auszuleuchten, warum das Unternehmen Erfolg hat. Natürlich durfte der kritisch-investigative Blick nicht fehlen.
Neben der inhaltlichen Arbeit ging es auch um Präsentationstil und -techniken – hier wurde experimentiert, was die Basis einer soliden Business-Präsentation an kreativen Formaten der Darbietung der Erkenntnisse zulässt; „Business Lunch“, „Podcast“, „Bewerberrunde“ – neben der Frontalpräsentation fand sich der eine oder andere interessante Ansatz.
Die Studienenden präsentierten vor einer beeindruckende Riege von Unternehmensvertreter:innen aus dem Top-Management: Von Bayer war der Leiter des Co-Labs (Inkubator) Berlin dabei, von Thyssenkrupp der Leiter Investor Relations, von Spotify die Leiterin Marktstrategie und Operations, von Porsche der CIO der Porsche AG und die Leiterin Marketing & Communications der Porsche Digital GmbH, von Lufthansa die Verantwortliche für Partnerships aus dem LH Innovation Lab und vom Gastgeber EY (ehemals Ernst & Young) eine Partnerin von der Accounting-/ Beratungsseite und ein Partner von der Wirtschaftsprüfung.
Aus den Empfehlungen der Studierenden
Aus der Perspektive des Jahres 2028 wurde ein Veränderungserfolg betrachtet, dessen Ursprung auf eine Präsentation im Jahre 2023 zurückzuführen ist: Die Studierenden sollten den Erfolg skizzieren und die Empfehlungen herausarbeiten, die die zum Erfolg führenden Veränderungen angestoßen haben.
Bei der Lufthansa stellten die Studierenden die Zubringer-Drohne aus der Innenstadt zum Flughafen in München vor – komplett mit Service-Features („Gepäck einchecken“ / “Zoll erledigen“ etc.), Profitabilitätsberechnungen für den Dienst (70 Euro pro Flug bringen 25 Prozent operativen Gewinn), Nachhaltigkeitsbetrachtung und Skalierungschancen. Sehr überzeugend vorgetragen, wurde aus dem Feedback der Unternehmensvertreterin schnell klar, dass so ein Dienst durchaus realistisch ist.
Noch konkreter war das Feedback von Porsche. Das Studierenden-Team schlug vor, dass hochwertige Lounges mit Elektro-Ladestationen quer durch die Bundesrepublik aufgebaut werden sollten - in Partnerschaft mit zur Porsche-Klientel „passenden“ Brands. Ein ähnlicher Ansatz, so der CIO, wird im Unternehmen konkret untersucht – und das Team wurde nach Stuttgart zu Porsche eingeladen. (Hinweis: 5 Tage nach der Schlusspräsentation kam eine Porsche-Pressemeldung zum Thema heraus)
Auch die EY-Vertreter waren sehr angetan; hier empfahl das Team eine Kooperation der „BIG 4“- Accounting Unternehmen zur Entwicklung einer Software, die KI-generierte Fake News identifizieren kann – für die Wirtschaftsprüfung hoch relevant; ein anderer Blickwinkel gegenüber den großen HighTech-Unternehmen.
Zu ernsthaften Diskussionen fühlten sich die Unternehmensvertreter von Bayer und Thyssenkrupp angeregt. Bei Bayer ging um die Nutzung von AI (hohes Marktpotential/diverse relativ konkrete Beispiele) und die Konzentration auf Zell- und Gen-Therapien, während das Thyssenkrupp-Team sich intensiv mit dem Schwenk hin zur Nachhaltigkeit und der Finanzierung dieses Schwenks beschäftigte – und da einige interessante Ansätze entwickelt hatte.
Bei Spotify schließlich präsentierte das Team Anregungen zu den Themen „Penetration des existierenden Portfolios“ – insbesondere das Audiobook-Thema – und „Sicherung der Profitabilität“, unter Berücksichtigung der finanziellen Bedürfnisse der Künstler.
Alles in allem ein gelungener Abschluss eines erkenntnisreichen Semesters. Die Vertiefung in eine Unternehmen hinein über ein ganzes Semester mit Kontakt zu Unternehmensvertreter:innen hat die Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen und alle Seiten bereichert – anstrengend, aber lohnend!
