Rückblick: Campus Talk #5
„Science meets Practice im Fußball“

„Muskelverletzungen im Fußball – Verletzungsmechanismen verstehen und Prävention gezielt ableiten“
 
Eine gemeinsame Fortbildung der BSP Business and Law School und des Berliner Fußball-Verbands

Datum: 13.04.2026
Ort: Siemens Villa, BSP Business and Law School, Berlin
Referent: Prof. Dr. Thomas Gronwald (Professur für Sportwissenschaften an der MSH Hamburg)
Moderation: Prof. Dr. Thomas Hauser (BSP / Leiter FIFA Talent Coaches & Academy Programm)
Fortbildungseinheit: 4 Lerneinheiten

Der Campus Talk widmete sich der Frage, wie Muskelverletzungen im Fußball entstehen, welche Muster ihnen zugrunde liegen und welche Konsequenzen sich daraus für Prävention und Rehabilitation ableiten lassen. Prof. Dr. Thomas Gronwald zeigte, dass Muskelverletzungen zu den häufigsten Verletzungen im Fußball zählen und auf allen Leistungsniveaus erhebliche Trainings- und Wettkampfausfälle verursachen. Zugleich wurde deutlich, dass es sich um komplexe und multifaktorielle Verletzungen handelt, deren Mechanismen noch nicht vollständig verstanden sind.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Analyse realer Verletzungssituationen. Dabei wurde herausgearbeitet, dass laborbasierte Untersuchungen zwar wichtige Erkenntnisse liefern, die dynamischen, hochintensiven und oft unvorhersehbaren Anforderungen des Fußballs jedoch nur begrenzt abbilden können. Die Videoanalyse wurde deshalb als besonders wertvolles Instrument vorgestellt, um Verletzungsmechanismen direkt im Trainings- und Wettkampfkontext zu untersuchen. Sie ermöglicht ökologisch valide Einblicke in Bewegungsmuster, Gelenkstellungen und situative Bedingungen, unter denen Muskelverletzungen entstehen.

Auf Grundlage der vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wurde deutlich, dass sich für unterschiedliche Muskelgruppen charakteristische Verletzungsmuster identifizieren lassen. Diese Erkenntnisse sind von hoher praktischer Relevanz, da sie eine gezieltere, muskelspezifische Trainings-, Präventions- und Rehabilitationspraxis ermöglichen.

Zugleich wurde betont, dass wirksame Prävention nicht zwingend komplex sein muss. Mit Programmen wie FIFA 11+ steht ein international etabliertes, strukturiertes Aufwärmprogramm zur Verfügung, das gezielt auf die Reduktion von Verletzungen ausgerichtet ist. Auch FUNBALL zeigt als praxisnaher und niedrigschwelliger Ansatz, dass sich Prävention mit einfachen und schnell umsetzbaren Maßnahmen sinnvoll in den Trainingsalltag integrieren lässt – insbesondere im Nachwuchsfußball.

Zentrale Inhalte

  • Muskelverletzungen im Fußball: Häufigkeit, Komplexität und praktische Relevanz
  • Videoanalyse als Zugang zu realen Verletzungsmechanismen im Trainings- und Wettkampfkontext
  • Charakteristische, muskelspezifische Verletzungsmuster und deren Bedeutung für Prävention und Rehabilitation
  • Einfache und schnell integrierbare Präventionsansätze mit Programmen wie FIFA 11+ und FUNBALL

Zielgruppe und Relevanz

Die Fortbildung richtete sich an Trainerinnen mit C- oder B-Lizenz sowie an Studierende und Praktikerinnen, die Verletzungsmechanismen im Fußball besser verstehen und daraus konkrete Impulse für Training, Prävention und Rehabilitation ableiten möchten. Der Talk machte deutlich, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Analyseformen zu verbinden, um Prävention gezielt und wirksam in den Trainingsalltag zu integrieren.

Ausblick

Die Campus Talks werden fortgeführt. Aktuelle Termine, Themen und Anmeldung erfolgen über die Kanäle des Berliner Fußball-Verbands und dieser Website.

Fazit

Der Campus Talk zeigte eindrucksvoll, wie wichtig ein vertieftes Verständnis realer Verletzungsmechanismen für eine wirksame Präventions- und Rehabilitationspraxis im Fußball ist. Prof. Dr. Thomas Gronwald machte deutlich, dass insbesondere die Videoanalyse neue, praxisnahe Perspektiven auf Muskelverletzungen eröffnet. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass Prävention auch durch einfache, klar strukturierte und schnell umsetzbare Maßnahmen wirksam unterstützt werden kann.